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| Karl's Pages - Explore the Secret Beauties of the "Spessart" | ||||
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| Fotofalle | Bilder der Natur | Spessart | Bauwerke | Pilze |
Karls FotofalleEin Männlein steht im Walde ganz still und stumm, [..] Diese Fotos haben eine breite Öffentlichkeit verdient und Karl
hat mir versprochen, immer mal wieder ein paar zu schicken, die ich
in chronologischer Reihenfolge hier veröffentliche. |
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Berichterstattung über Karls Fotofalle im Main Echo von Heinz Scheid:
Der moderne Mensch ist ein Lichtwesen, bei Helligkeit aktiv; wenn es dunkel wird, macht er
die Nacht zum Tag. In der Natur ist das anders, denn die Tierwelt ist zu einem großen Teil
zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen auf Achse. Was sich dabei abspielt, bleibt uns
meist verborgen. Doch sogenannte Wildkameras gewähren Blicke in diese Wildnis; es sind
faszinierende Bilder wie aus einer fremden Welt.
Was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Denn die Zivilisation hat sich von der natürlichen
Umwelt weit entfernt, was zur Entfremdung zwischen Mensch und Natur geführt hat.
Jedenfalls: Während wir uns abends in Behausungen zurückziehen und künstlicher Unterhaltung
aus dem Fernseher hingeben, beginnt draußen, in Wald und Flur, das wahre Leben der Natur.
Die Bilder der Wildkameras führen das eindrucksvoll vor Augen, sie dokumentieren ein
tierisches Schauspiel – bei Tag und besonders in der Nacht.
Für Karl Scherer aus Lohr ist es stets aufs Neue spannend, die Speicherkarte mit den
Digitalfotos seiner Wildkamera einzulesen und die Aufnahmen auszuwerten. Was wird diesmal
drauf sein? Die Kamera liefert vom Tag farbige Bilder, aus der Nacht sind sie schwarzweiß,
was an der Technik liegt.
Die Fotos werden nachts nämlich mit einem Infrarotblitz aufgenommen.
Vorteil: Es ist kein Licht zu sehen, das die Tiere irritieren würde.
Ausgelöst wird der Fotoapparat durch einen Bewegungsmelder.
Besonders in Jägerkreisen sind die Wildkameras in Mode gekommen und verbreitet. Lässt sich
damit doch erkunden, was an bestimmten Stellen im Revier los ist und welche Tiere vorhanden
sind. Auch für Wildbiologen sind die Geräte eine wertvolle Hilfe, etwa wenn es darum geht,
einzelne Exemplare einer Art nachzuweisen. Man spricht in diesem Fall auch von einer
»Fotofalle«.
Das war für Karl Scherer der Grund, eine Wildkamera in einem Tal bei Lohr aufzustellen.
Ziel ist es, den Fischotter aufzuspüren, von dem dort bislang nur einige Trittspuren
entdeckt worden sind. Ein Bild wäre der sichtbare Beweis, dass die seltene und scheue Art
wieder im Raum Lohr vorkommt.
Bisher wollte der Fischotter nicht in die Fotofalle gehen und deshalb muss Scherer weiter
auf den entscheidenden Schnappschuss warten. Macht aber nichts, denn die Kamera liefert
genügend andere interessante Motive. Sie machen deutlich, dass an dem Standort ein reges
Treiben herrscht. Es ist offenbar ein Platz, an dem sich Fuchs und Waschbär gute Nacht
sagen.
Sogar unbekannte (Flug-)Objekte sind dokumentiert. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um
Insekten, die nachts den Bewegungsmelder auslösten und dabei im Fokus der Kamera bisweilen
merkwürdige Lichterscheinungen hervorrufen. Eindeutig erkennbar hingegen sind viele andere
Tiere, die teils wie auf einem Laufsteg flanieren und dabei abgelichtet werden.
Daraus kann eine gewisse Komik erwachsen, etwa wenn der Fuchs stolz mit einem Fisch im
Maul davontrabt und ein Graureiher mit seiner eben gefangenen Beute im Schnabel posiert.
Und was soll man davon halten, wenn eine Wildschweinrotte zum Familienfoto vor der Kamera
aufmarschiert?
Es sind Momentaufnahmen, die uns zum Staunen bringen; Fenster zu einem Kosmos, der
weitgehend außerhalb unseres Erfahrungshorizonts liegt.
Gerade das macht die Anziehungskraft jener Bilder aus: Es sind Augen-Blicke in die
Heimlichkeit einer tierisch-wilden Lebenswelt, die so ganz anders als unsre eigene
erscheint.
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copyright 2009 - 2011 Richard Winter
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