Wehranlage, von der der Triebwerkskanal zum Eisenhammer abzweigt. Der Wasserstrahl ist die Restwassermenge für den "Mutterbach", die Lohr, auf 2 km Länge (bis zur grünen Bärbel!), leider nur 35 Liter/Sekunde, ist wasserrechtlich
wie an allen unseren Wehren so vorgegeben.
|
|
Es ist nicht festzustellen, wann der "Obere Eisenhammer" und der obere Triebwerkskanal
errichtet wurde. Von dem alten Werk sind keine Akten und Planunterlagen vorhanden.
Vorgefundend wurde beim Stauwehr allerdings ein alter gut erhaltener Eichpfahl, der nach
der in die Kupferplatte eingeprägten Jahreszahl im Jahre 1872 gesetzt wurde. Danach ist
anzunehmen, dass die frühere Anlage wasser- und gewerbepolizeilich genehmigt war.
Der Eisenhammer wurde um 1900 stillgelegt. Das E-Werk wurde von Dr. Woehrnitz
1919 an gleicher Stelle errichtet.
Aus einem amtlichen Lageplan des Vermessungsamtes Lohr aus dem Jahre 1945 ergibt
sich, dass zum damaligen Zeitpunkt auf dem Gelände zwei Hammergebäude mit je zwei
bzw. einem Wasserrad mit den entsprechenden Mühlgräben vorhanden war. Der
Oberwasserkanal zweigt unterhalb der "roten Mühle" vom Lohrbach ab. Sein Verlauf
in diesem Plan entspricht im wesentlichen dem heutigen Verlauf. Der Unterwasserkanal
erhält unterhalb des "Oberen Eisenhammers" nach diesem Plan einen Zufluss auch vom
sog. "Erlichswehr" und speist dann den sog. "Mittleren Eisenhammer" (später
Glashütte bzw. Lederfabrik Mayer, heute Werk II der Firma Rexroth).
Damit dürfte feststehen, dass vor dem Inkrafttreten des Wasserbuchgesetzes 1952
der "Obere Eisenhammer" bereits bestand. Die Eichpfahlsetzung im Jahre 1872
rechtfertigt die Vermutung, dass zu diesem Zeitpunkt die zuständige Wasserhöhe
festgestellt wurde und wasserrechtliche Gestattungen vorhanden, sofern solche
erforderlich gewesen waren. Im Jahre 1994 erfolte ein neuer endgültiger Wasserbucheintrag
aufgrund unvordenklicher Verjährung, unbefristet und unwiderruflich.
Aus einer Entschließung des Königlich-Bayerischen Regierungs-Fiscalates vom 26.09.1897
geht hervor, dass das Erlichswehr und der heutige untere Triebwerkskanal Ende der
zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts vom Staatsärare insbesondere zu Flößereizwecken
errichtet wurde. Später wurde dieser Kanal von der Glashütte genutzt. Das
Regierungs-Fiscalat kommt zu dem Ergebnis, dass die Besitzer der Glasfabrik und der
Kupfermühle die Unterhaltslast am Erlichswehr und dem sich anschließenden Kanal
haben.
Quelle: Landratsamt Main-Spessart
|